MAPPA_CHIANTI_WEB

.

Arezzo

 

Die sonnigen Erhebungen dieses wunderbar grünen Teils der östlichen Toskana sind die Wiege des CHianti dei Colli Aretini DOCG. Ein fruchtiger und eleganter Wein mit sehr guter Lagerungsfähigkeit.

 

Das Weinbaugebiet in der Provinz Arezzo hat sehr alte Ursprünge. Bereits ab dem Jahr 1716 gehörte es zu den vier Herstellungsgebieten, in die Großherzog Cosimo III. de’ Medici das Territorium des Großherzogtums Toskana unterteilt und damit eines der ersten offiziellen Weinbaugebiete Europas eingerichtet hatte.

 

Ein Land des Weins, aber auch des Tabaks – hier werden die Pflanzen angebaut, aus deren Blättern die berühmten Toskanischen Zigarren entstehen – und vieler anderer Gaumenspezialitäten neben seinen erlesenen Tropfen. So weiden unterhalb der dichten Buchen-, Eichen- und Kastanienwälder des Apennins an den Hängen sanfter Hügel Schafe, aus deren Milch wertvolle Käsesorten gewonnen werden, und in den Tälern werden die großen Rinder der Rasse Chianina gezüchtet, mit deren festem und schmackhaftem Fleisch die berühmte „bistecca alla fiorentina“ (Beefsteak nach Florentiner Art) zubereitet wird.

 

Das Gebiet um Arezzo ist jedoch auch ein Land der Heiligen, Eremiten und Klöster. In die Wallfahrtskirche Santuario della Verna hatte sich der Hl. Franziskus zur Meditation und zum Gebet zurückgezogen und in Camaldoli isolierten sich Benediktinermönche im Jahr 1046 von der Welt, kümmerten sich jedoch um den umliegenden Wald, der heute ein Nationalpark ist.

 

Für Freunde der Kunst ist der Landstrich um Arezzo das Land des Michelangelo und des Piero della Francesca, der mit diesen Orten stets tief verbunden blieb. Seine Geburtsstadt Sansepolcro bewahrt zwei seiner Meisterwerke auf: La Resurrezione (Auferstehung Christi) und La Madonna della Misericordia (Madonna der Barmherzigkeit), während in Arezzo die Basilika San Francesco den prächtigen Freskenzyklus La Leggenda della Vera Croce (Die Legende vom Wahren Kreuz) beherbergt.

 

Und vieles andere mehr spricht für eine Reise nach Arezzo, darunter der lebhafte Antiquitätenmarkt, übrigens einer der bedeutendsten Italiens, in den sich die Straßen und der schönste Platz der Stadt am ersten Wochenende eines jeden Monats verwandeln.

 

 

 

Florenz

 

Das geschichtsträchtige Hügelland, das die Stadt einfasst, ist reich an Weinbergen, deren Weinstockreihen seit Jahrhunderten schon ein wesentlicher Bestandteil dieser Landschaft sind: Gemeinsam mit den Medici-Villen, den Kastellen, den Türmen und den romanischen Pfarrkirchen tragen sie bei zu ihrer unverwechselbaren Schönheit.

 

Auf den Fassaden vieler Renaissance-Palazzi in Florenz sind noch die so genannten „porticciole” zu sehen: Durch diese kleinen Fenster auf Straßenhöhe verkauften die reichen Familien einst den Rebensaft aus ihrem Weinkeller.

 

Die antiken Traditionen dieser italienischen Provinz leben heute in dem hochwertigen Chianti, der um Florenz produziert wird, fort. Oder besser „in den Chianti-Weinen“, denn das Florentiner Gebiet um Florenz umfasst die Anbauzonen des Chianti Colli Fiorentini DOCG, des Chianti Montespertoli DOCG und des Chianti Rufina DOCG.

 

Das geschichtsträchtige Hügelland, das die Stadt einfasst, ist reich an Weinbergen, deren Weinstockreihen seit Jahrhunderten schon ein wesentlicher Bestandteil dieser Landschaft sind: Gemeinsam mit den Medici-Villen, den Kastellen, den Türmen und den romanischen Pfarrkirchen tragen sie bei zu ihrer unverwechselbaren Schönheit.

 

Die weite Anbauzone des Chianti Colli Fiorentini DOCG erstreckt sich zu beiden Ufern des Amo. Auf dem linken Flussufer schließt es die Kommunen Impruneta (berühmt für seine Terrakotta-Gefäße) und Bagno a Ripoli sowie, noch weiter südlich, das Pesa-Tal und einen Teil des Elsa-Tals ein. Auf der rechten Arnoseite berührt es zwischen Fiesole und Pontassieve die sanften Hügel vor dem Apennin.

 

Den Chianti Montespertoli DOCG stellt man in der jüngsten Anbauzone des Chianti DOCG (entstanden im Jahr 1998) her, einer kleinen Enklave zwischen Empoli und dem Elsa-Tal.

 

Montespertoli ist seit jeher ein wichtiges landwirtschaftliches Gebiet und ein Ort des Weinhandels: Die jedes Jahr Ende Mai stattfindende Verkaufsausstellung des Chianti-Weins ist eine der ältesten der Region Toskana. 

 

Auf der rechten Arnoseite liegt in dem Gebiet, das von Pontassieve ansteigt bis zum Ort Dicomano und zum Gebiet des Mugello, die Anbauzone des Chianti Rufina DOCG. Ihre von einer ausgezeichneten Struktur geprägten Weine genossen bereits im 18. Jh. großen Ruhm. In Rufina befindet sich in der Villa di Poggio Reale, die kein Geringerer als Michelangelo entworfen haben soll, das Reben- und Weinmuseum.

 

 

Pisa

 

Die Anbauzone des Chianti Colline Pisane DOCG liegt südlich von Pisa in einer ruhigen Ebene inmitten von sanft gewellten Hügeln, Wasserläufen, Obstgärten und bestellten Feldern, die im milden und luftigen Klima des nahen Meeres gedeihen.

 

Dieses besondere Klima prägt auch den hier hergestellten Chianti, der sich besonders gut jung und frisch trinken lässt.

 

Die Weinbautraditionen dieses Landstrichs reichen bis auf die ersten etruskischen Ansiedelungen zurück.

 

Volterra, ein wichtiges Zentrum dieses geheimnisvollen antiken Volkes, liegt nur wenige Kilometer südlich von Pisa. Von der Spitze der hohen Festung dieser Stadt genießt man ein spektakuläres Panorama auf die gesamte umliegende Landschaft, das bis zur Küste reicht.

 

 

Beherrscht wurde dieses Gebiet jedoch lange Zeit von der Geschichte der Stadt Pisa und ihrer bis zum 13. Jh. andauernden Macht.

 

Und auch wenn der wohl berühmteste Turm der Welt, seinen Schatten nur dem Campo dei Miracoli (Platz der Wunder) spendet und nicht den kleinen Ortschaften – Capannoli, Chianni, Crespina, Bagni di Casciana, Fauglia, Laiatico, Lari, Lorenzana, Santa Luce und Terricciola –, die diesen Teil der Toskana säumen, finden sich in Letzteren unzählige Bauwerke, die wertvolle Zeugnisse illustrer Namen der Stadt des Schiefen Turms bewahren.

 

 

In Bagni di Casciana gibt es auch ein schönes Thermalbad, das seit uralten Zeit bekannt und noch heute ein Ort des Wohlbefindens ist, an dem man Ruhe und den Einklang mit seinem Körper wiederfindet.

 

Ein Glas Chianti inmitten der herrlichen Olivenhaine und Weinberge zu kosten, die diesen Ort einfassen, ist eine einzigartige Erfahrung und vermittelt deutlich, dass das gute Trinken in der Toskana stets ein Genuss für alle fünf Sinne ist.

 

 

 

Pistoia

 

Der Chianti Montalbano DOCG wurde nach dem Berg benannt, der sich im Westen der Ebene erhebt, die Pistoia und Prato mit Florenz verbindet, und dessen sanft abfallende Hänge das Reich langgezogener Weinstockreihen sind. Auf seiner Südseite übte sich der kleine Leonardo da Vinci in der Zeichenkunst, indem er ebendiesen Berg abzubilden versuchte.

 

Die Provinz Pistoia teilt sich mit den Provinzen Prato und Florenz die Anbauzone des Chianti Montalbano DOCG, deren Weine sowohl von großen Kellereien als auch von Klein- und Mittelbetrieben hergestellt werden, die insbesondere auf Nischenprodukte setzen.

 

 Der Chianti Montalbano DOCG verdankt seinen Namen dem – über 600 m hohen – Berg, der sich im Westen der Ebene erhebt, die Pistoia und Prato mit Florenz verbindet, und dessen sanft abfallende Hänge das Reich langgezogener Weinstockreihen sind. Auf seiner Südseite, im Arnotal des Gebietes um die Stadt Empoli, übte sich der kleine Leonardo da Vinci in der Zeichenkunst, indem er ebendiesen Berg abzubilden versuchte.

 

Eingebettet in die grüne Natur dieses Gebietes liegen befestigte Kastelle, Villen und Bauernhäuser aus der Medici-Epoche, Bauernhöfe sowie Gewächshäuser und Baumschulen, sowohl alte als auch neuere. In den Bauwerken aus der Vergangenheit finden sich Andenken der tausendjährigen Geschichte der Stadt Pistoia und ihrer wechselhaften Beziehungen zu der nahen und mächtigen Stadt Florenz. So wurde der Bau des Palazzo del Comune im Stadtzentrum wegen der Kämpfe mit der Rivalin Florenz mehrmals unterbrochen und wieder aufgenommen.

 

Ab dem 16. Jh. normalisierten sich die Beziehungen zwischen den beiden Städten und viele bedeutende Florentiner Familien errichteten ihre Villen in diesem Gebiet. In der Nähe von Quarrata liegt die von Bernardo Buontalenti in einen Landsitz verwandelte Medici-Villa La Màgia. Aus Pistoia stammte dagegen Giulio Rospigliosi, der spätere Papst Clemens IX., der 1669 in Spicchio eine Villa nach dem Entwurf von Bernini errichten ließ, die noch heute seinen Namen trägt und zu Recht als einer der schönsten herrschaftlichen Landsitze aus der damaligen Zeit gilt.

 

Zu der Schönheit dieser Orte gesellt sich wie immer die Erlesenheit ihrer Erzeugnisse.

 

Dabei handelt es sich nicht nur um Wein: So fährt man z.B. nach Lamporecchio, um den großen Altar von Giovanni Della Robbia zu bewundern, aber auch, um die berühmten hauchdünnen Aniswaffeln aus süßem Eierteig zu kosten, die „brigidini“ heißen.

 

 

 

Prato

 

Obgleich die jüngste und flächenmäßig kleinste der Toskana, steht die Provinz Prato den anderen bezüglich ihres kulturgeschichtlichen und landschaftlichen Reichtums in nichts nach, auch weil in ihrem Gebiet viele Orte liegen, deren Namen man seit Hunderten von Jahren mit Spitzenweinen verbindet.

 

 Zu der Anbauzone des Chianti Montalbano DOCG gehören Kommunen in der Provinz Prato und in der Provinz Pistoia, die sich das Hügelgebiet teilen, das bis zu den östlichen Erhebungen des Monte Albano heraufreicht.

 

Obgleich die jüngste (eingerichtet im Jahr 1992) und flächenmäßig kleinste der Toskana, steht die Provinz Prato den anderen bezüglich ihres kulturgeschichtlichen und landschaftlichen Reichtums in nichts nach, auch weil in ihrem Gebiet viele Orte liegen, deren Namen man seit Hunderten von Jahren mit Spitzenweinen verbindet.

 

Carmignano ist ein sehr wichtiges Zentrum des Monte Albano und war einst hart umkämpft von den Städten Florenz, Prato und Pistoia. Seine von Wein- und Olivengärten überzogenen Hügel sind eine regelrechte Aussichtsterrasse auf das nahe Florenz. Im Inneren der gotischen Pfarrkirche San Michele wird die Heimsuchung aufbewahrt, eines der schönsten Werke von Jacopo Carrucci, genannt Pontormo.

 

Nur wenige Kilometer von Carmignano entfernt liegt der Ort Artimino, dessen Wein bereits im 17. Jh. von Francesco Redi in seinem bekanntesten Werk Bacco in Toscana besungen wurde. Der Ort zieht auch wegen der wunderschönen Medici-Villa von Buontalenti, die auf Grund ihrer zahlreichen Kamine „Villa der hundert Kamine“ genannt wird, viele Besucher an.

 

Chianti Montalbano DOCG keltert man auch in dem Ort Poggio a Caiano, der auf eine lange Handwerkstradition der Verarbeitung von Stroh zurückblickt, mit dem bis vor nicht allzu langer Zeit die Korbflaschen für den Wein umflochten wurden. Bekannt ist der Ort ferner für eine andere herrliche Medici-Villa: Lorenzo der Prächtige ließ sie sich von Giuliano da Sangallo erbauen. Die Harmonie des beschaulichen Landlebens, die diese Orte inspirierten und auch heute noch inspirieren, drückt sich besonders schön in Pontormos berühmten Fresko Vertumnus und Pomona aus, das einen der Säle der Villa schmückt.

 

Zur Provinz Prato gehört auch der Ort Montemurlo. Er befindet sich nordöstlich der Stadt in dem Teil der Ebene, der dem Monte Albano gegenüber liegt. An den Hängen der dem Apennin vorgeschobenen Hügel wachsen die erlesenen Rebsorten, aus deren Trauben der Chianti DOCG entsteht.

 

 

Siena

 

Kultur, Geschichte und Natur verschmelzen hier in einer zauberhaften Landschaft, in der der Rebenanbau und die Weinherstellung seit jeher eine wichtige Rolle gespielt haben. In Siena kommen Kunstliebhaber und Weinfreunde gleichermaßen auf ihre Kosten, denn auf den Besucher warten nicht nur edle Tropfen, sondern auch die einem zu füllenden Kelch gleichende Piazza del Campo und viele anderen Sehenswürdigkeiten. 

 

In dem Gebiet in der zentralen Toskana, das die Stadt Siena und viele Kommunen ihrer Provinz umfasst, wird der Chianti dei Colli Senesi DOCG hergestellt.

 

Die flächenmäßig große und abwechslungsreiche Anbauzone ist eine der fruchtbarsten und wertvollsten für den Chianti-Wein. Zu ihr gehören weltweit berühmte Orte wie San Gimignano, Montalcino, Pienza und Montepulciano.

 

Kultur, Geschichte und Natur verschmelzen hier in einer zauberhaften Landschaft, in der der Rebenanbau und die Weinherstellung seit jeher eine wichtige Rolle gespielt haben. In Siena kommen Kunstliebhaber und Weinfreunde gleichermaßen auf ihre Kosten, denn auf den Besucher warten nicht nur edle Tropfen, sondern auch die prächtige, einem zu füllenden Kelch gleichende Piazza del Campo und viele anderen Sehenswürdigkeiten.

 

Die antike Via Francigena – zu deutsch Frankenweg, der die Pilger im Mittelalter nach Rom führte und auf dem heute die Staatsstraße 2 verläuft – verbindet die nördlich und südlich von Siena gelegenen Produktionsgebiete.

 

Im Norden bietet sich dem Betrachter ein baumbestandenes Land, das übersät ist von Pfarrkirchen, Kastellen, Landgütern und Städten, die in der Vergangenheit lange Zeit heftig von Siena und Florenz umkämpft wurden: die antiken Handels- und Manufakturzentren San Gimignano (mit seinen beiden Türmen aus dem 13. und 14. Jh.), Poggibonsi (das antike Poggibonizio) und Colle Valdelsa, die auch heute noch sehr lebendig sind, und der kleine, von einer Stadtmauer perfekt eingerahmte Ort Monteriggioni.

 

Im Süden, wo das Land offener und die Erde trockener ist, reihen sich kleine mittelalterliche Orte wie Murlo an kleine Städte wie Montalcino, deren hoch gelegene Festung weit über das Ombrone-Tal und das Asso-Tal blickt. Weiter östlich liegen Sinalunga und Torrita di Siena, Montepulciano (das auch Perle der italienischen Renaissance genannt wird und jeden Sommer Musiker aus aller Welt empfängt) sowie Pienza (berühmt für seinen Pecorino), Chiusi (mit seinem etruskischen Museum) und das schöne, elegante Cetona.

 

Auf gleicher Höhe wie Siena, jedoch weiter östlich Richtung Arezzo, bezaubert Castelnuovo Berardenga seine Besucher nicht nur mit seiner Weintradition, sondern auch mit der langen Geschichte seines Schmiedehandwerks.

.

.

.

.